100 Jahre Posaunenchor Neckarwestheim

Der Posaunenchor unserer Kirchengemeinde ist aus einem Jünglingsverein, einem Vorläufer des heutigen CVJMs hervorgegangen. Dieser wurde  nachweislich im Jahr 1909 gegründet und so wurde dieses Jahr auch als Geburtsstunde des Posaunenchors angenommen. Initiator war Gottlob Kröz.

 

Schon nach wenigen Jahren Aufbauarbeit wurde sonntags vom Turm geblasen, was bis vor wenigen Jahren auch noch üblich war. Unterbrochen wird die Geschichte des Chores durch den Ersten Weltkrieg, der Chor ist nicht mehr spielfähig. Von 16 Gründungsmitgliedern sind nach dem Krieg nur noch sechs am Leben.

Unter Christian Zierle findet sich 1919 die jüngeren Bläser zu einem Musikverein zusammen, bevor sich der Posaunenchor 1920 wieder neu bildet. Karl Zeeh übernahm die Leitung und versammelte die jungen Bläser rund 25 Jahre lang in seiner Wohnung zur Probe. Der erste Auftritt erfolgte 1921 bei der Konfirmation.  

 

 

In den folgenden Jahren balanciert der Posaunenchor manchesmal am Rande seiner Existenz. Trotzdem erweiterte er seinen Aufgabenbereich und wirkte bei Jugendtagen, Beerdigungen und Gottesdiensten mit. Das 25. Chorjubiläum wird im Dezember 1934 gefeiert. Ein großes Ereignis ist 1937 die Teilnahme am Landesposaunentag in Tübingen. Schon damals kommen zu diesem Ereignis 1800 Bläser zusammen. 1938 wurden die Bläser des Chors von bürgerlicher und politischer Seite gedrängt, aus dem Posaunenchor auszutreten, doch Chorleiter Karl Zeeh wird beauftragt, sich dagegen sehr nachdrücklich zu verwahren.

Mit dem Zweiten Weltkrieg erleidet auch der Chor Verluste und danach geht die Arbeit nur wieder mühsam voran. Traugott Saur übernimmt 1949 das Amt des Chorleiters von Karl Zeeh. Von da an wird im „Pfarrsäle“ neben der Kirche geübt. Der Chor wächst von zwölf auf über 20 Bläser – der Übungsraum wird zu klein und man zieht um ins Gemeindehaus in der Friedenstraße.

1982 übernahm Dora Saur das Amt der Chorleiterin. Der Posaunenchor zählte damals fast 30 Bläser und neben viele älteren und erfahrenen Bläser spielen viele Jugendliche und auch Kinder mit. Auch das erste Mädchen ist dabei.

 

1995 übernimmt Rudolf Koch den Dirigentenstab. Er leitet den Posaunenchor mit seinen rund 23 Bläserinnen und Bläser bis heute. In den letzten 2 Jahren widmet sich der Chor wieder verstärkt der Jungbläserausbildung. Zur Zeit werden 3 Jugendliche gefördert.


Der Auftrag des Posaunenchors liegt hauptsächlich im Dienst an unserer eigenen Gemeinde. Der Chor gestaltet rund 12 Gottesdienste im Jahr mit, er spielt zahlreiche Geburtstags- und Jubiläumsständchen und ist somit ein wichtiger Teil unserer Kirchengemeinde.

Posaunenchorjubiläum - Pressetext

Mit einem Jubiläums-Gottesdienst feierten wir „intern“ unser 100jähriges Posaunenjubiläum in der Gregoriuskirche. Mit festlichen alten und modernen Klängen bezaubert der Posaunenchor, eine Band und verschiedene Instrumentalisten die zahlreichen Gottesdienstbesucher. Viele Probestunden liegen hinter den Mitgliedern, doch es hat sich gelohnt, wie auch Bezirksposaunenwart, Andreas Schiefer aus Lauffen, bestätigt. 100 Jahre – noch sind es Wenige, die so alt werden, aber die Tendenz ist steigend. Neckarwestheim ist bei den Ersten.

Imanuel Saur und Helmut Zeeh erhalten die goldene Ehrennadel des CVJM-Weltbundes.

Hervorgegangen aus einem Jünglingsverein wurde der Posaunenchor nachweislich im Jahr 1909 gegründet. Unterbrochen wird die Geschichte des Chores durch die beiden Weltkriege. Nach dem zweiten Weltkrieg geht es nur mühsam wieder voran. Von der ersten Stunde an mit dabei sind die Bläser Imanuel Saur und Helmut Zeeh, die auch am ersten Nachkriegs-Posaunentag 1946 in Ulm als Teilnehmer dabei waren. Bis heute spielen diese beiden Männer im Posaunenchor – über 60 Jahre. Sie wurden von Gerhard Wien, Mitglied im Fachausschuss für Posaunenchorarbeit beim Ev. Jugendwerk Württemberg und Posaunenchorleiter in Großbottwar, mit der goldenen Ehrennadel des CVJM-Weltbundes ausgezeichnet. Eine silberne Anstecknadel des ev. Posaunendienstes in Deutschland erhielten Matthias Groß, Ilse Stahl, Michael Ziegler und Heike Ziegler, die goldene Nadel ging an Christof Saur, Rudolf Koch und Manfred Nägele.

Rund 30 Einsätze, Auftritte – wie auch immer man es nennen mag, hat unser Posaunenchor im Jahr. Neben der Begleitung zahlreicher Gottesdienste, spielt er Jubilaren ab dem 80. Geburtstag – egal welcher Konfession – gerne ein Ständchen. Das sind viele ehrenamtliche Stunden, die die Mitglieder des Posaunenchors aufwenden – vor allem auch Rudolf Koch, der seit 14 Jahren Dirigent beim Posaunenchor ist. Ein hohes Maß an ehrenamtlichen Engagement liegt hinter ihm, denn, was viele nicht wissen, die Tätigkeit eines Posaunenchorleiters wird nicht vergütet.


Jungbläser-Arbeit gibt es in Neckarwestheim schon seit vielen Jahren. In den vergangenen 2 Jahren ist sie jedoch aufgeblüht, so dass sich zur Zeit 8 Jungbläserinnen und Jungbläser in der Ausbildung befinden. Neben der durch die Kirchengemeinde und den Posaunenchor geförderten Musikschulausbildung werden die jungen Bläser intern ausgebildet von Hans-Werner Fleischer, Esther Rosenberger-Feil, Kornelius Heuthe und Daniel Kazenwadel. Wir sind froh und dankbar darüber. Der Posaunenchor genießt ein hohes Ansehen in unserer Gemeinde, was auch die Spende der VBU über 500 € sowie die Spende der Bürgerstiftung über 5000 € zum Ausdruck bringt. Das freut uns sehr und wir sagen Dank. Große Teile dieser Spende wurden bereits in einen Instrumentenkauf gesteckt und so konnte Bürgermeister Mario Dürr am Sonntag ein Euphonium übergeben. Vorgestellt wurde es in zwei Solostücken von Christof Schwarzkopf aus Walheim, der dieses Instrument beherrscht.


Höhen und Tiefen hat der Posaunenchor mitgemacht. Wir hoffen, es liegen noch viele, viele Jahre Posaunenchorarbeit in Neckarwestheim vor uns. Wir danken allen, die den Chor tatkräftig und ideell unterstützen und die Arbeit in ihre Gebete einschließen. Denn das "Gott mit Trompeten und Posaunen loben und verkündigen" ist ja vor allem auch ein "Biblischer Auftrag" (Psalm 98, 6) für alle Zeiten, genauso wie Jesus Christus gestern, heute und auch in Ewigkeit derselbe ist.